Die grün-rote Landesregierung hat den Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim aufgefordert, potenzielle Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen. Nach Prüfung verschiedener Ausschlusskriterien werden jetzt sieben Flächen in Heidelberg als mögliche Standorte zur Diskussion gestellt.

Als Professorin für Physik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg durfte ich mich bereits mehrfach kontrovers mit dem Thema Windkraft wissenschaftlich, ökonomisch und ökologisch auseinandersetzen. Die Windkraft leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, da sie in einigen Gebieten (besonders im Norden und Osten Deutschlands) mittlerweile auch ohne Subventionen konkurrenzfähig ist. 

In Heidelberg sieht die Situation allerdings anders aus. Hier liegen die ausgewiesenen Flächen selbst unter Berücksichtigung von Subventionen für den Betreiber am Rande der Wirtschaftlichkeit. Volkswirtschaftlich gesehen sind die Anlagen eher fragwürdig, da die Allgemeinheit diese über einen höheren Strompreis mitfinanzieren muss. Außerdem gilt es auch aus ökologischer Sicht einige Punkte zu bedenken. Für die Anlage müssen Waldflächen gerodet und betoniert werden. Zusätzlich müssen Zufahrtswege verbreitert oder neu angelegt werden. Moderne Windkraftanlagen sind zwar leiser geworden, trotzdem kommt es in unmittelbarer Nähe zu deutlichen Lärmbelastungen (vergleichbar mit einer befahrenen Straße). Auch die Auswirkungen des Infraschalls auf Menschen und Tiere sind bislang nur unzureichend untersucht. Diese Schallwellen sind für den Menschen nicht hörbar, können aber auf anderem Wege wahrgenommen werden und bei hoher Intensität zu verschiedenen Krankheitssymptomen führen. 

Neben wissenschaftlichen Fakten, wirtschaftlichen und ökologischen Kosten-Nutzen-Rechnungen muss in Heidelberg als weltbekannte Kulturlandschaft auch über die Optik der im Moment ca. 200 Meter hohen Anlagen nachgedacht werden, da sie das Landschaftsbild nachhaltig verändern. Die technische Entwicklung tendiert allerdings zu immer höheren Windrädern.

Die Stadt Heidelberg setzt richtigerweise auf eine starke Bürgerbeteiligung und fragt vor Abgabe eines Votums und vor Behandlung im Gemeinderat Sie nach Ihrer Meinung. Bis zum 15. November können Sie unter www.heidelberg-windenergie.de Einwände, Argumente für oder gegen die jeweiligen Standorte formulieren oder einfach Ihre persönliche Meinung abgeben. Hier finden Sie auch Fotomontagen der verschiedenen Ansichten. Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit, denn gerade die Kommunalpolitik lebt von engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Mit Ihrer Meinung beeinflussen Sie das zukünftige Erscheinungsbild unserer Stadt. 

Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung (info@nicole-marme.de),

Ihre Nicole Marmé

Stadträtin und Landtagskandidatin der CDU Heidelberg

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